Employee Branding als Strategie?
Es gibt inzwischen viele Negativ-Beispiele von Mitarbeiterkommunikation im richtigen Leben und im Web. Auch ich habe in meinem Blog einige veröffentlicht. Es wird nun Zeit, auch die Positiv-Aspekte zu beleuchten und beide Aspekte einer Analyse zu unterziehen. Zur Einstimmung zitiere ich die Chefredakteurin des Schweizer Fachmagazins HR Today, Connie Voigt. Sie veröffentlichte auf dem eigenen Portal des Verlags einen schönen Zustandsbericht zum Thema, der wohl nicht nur für die Schweiz gilt:
“Nur wenige Unternehmen haben Employee Branding in ihrer Personalentwicklungsstrategie aufgenommen. Andere wissen nicht, wofür der Ausdruck eigentlich steht. Und wieder andere verwechseln ihn mit Employer Branding. Geht es dabei um Marketing? Mitarbeitende tragen zur Prägung von Marken bei, seien es Marken für Produkte oder für Dienstleistungen. Aber der Mitarbeitende muss nicht unbedingt im Verkauf, im Marketing oder im Service tätig sein, um das Unternehmen im Einklang mit der Unternehmensstrategie nach aussen zu verkörpern. Es kommt auf das Gesamtbild und die Ausstrahlung des Unternehmens an. Um diese Ausstrahlung im Sinne der strategischen Ausrichtung zu sichern, braucht es Employee Branding … HRM, Marketing, interne Kommunikation und nicht zuletzt der CEO sind beim Employee Branding die massgeblichen Initiatoren von Projekten, die auch Teil der Personalentwicklung sein können. …”
“Mitarbeiterverhalten kann mit Hilfe eines Tools messbar gemacht werden”, sagt Cees van Riel, Professor für Kommunikation an der Erasmus-Universität in Rotterdam. Beim extern gerichteten Employer Branding geht es hingegen um die Reputation einer Firma am Arbeitsmarkt. Ein Unternehmen, das langfristig im Wettbewerb bestehen will und als attraktiver Arbeitgeber gelten möchte, bei dem Loyalität Priorität hat, muss authentisch kommunizieren, nach aussen und nach innen. Und das wiederum setzt gezielte interne Employee-Branding-Kampagnen voraus, denn ohne Mitarbeitende kann auch eine attraktive Marke nicht leben. Wie aber können – vor diesem Hintergrund – Employee-Branding-Kampagnen aussehen? Welcher Instrumente und Medien kann sich eine “Kampagne” bedienen. (Ich werde in folgenden Berichten darauf eingehen.)
Grundsätzlich gilt, so jedenfalls meine Meinung, dass Aktivitäten die von den Unternehmen selbst ausgehen, nur auf der Basis von Vertrauen zu den Mitarbeitern, einer offenen Unternehmenskultur und der Erkenntnis entstehen können, dass der Unternehmenskommunikation eine besonders authentische Komponente gut tut. Ansonsten: Vorsicht.


