Archiv des MonatsJuni, 2007

Ein Ausbildungsblog als Ort der Ideen.

Diese Woche am 13. Juni 2007 erhielt der Ausbildungsblog von Festo offiziell den Preis der Initiative “Deutschland, Land der Ideen“. Eine schöne Idee und ein schöner Preis für ein Projekt, das den Mitarbeiter und sein Engagement als zentrales Element des Employer Branding und damit auch des Employee Branding einbezieht. Ich war bei der Preisverleihung anwesend und konnte sehen, wie stolz die beteiligten Festo-Mitarbeiter und vor allem die Auszubildende Nadine Baader auf die Auszeichnung und letzendlich für ihren Beitrag als Autorin an diesem Projekt ist.

Im Ausbildungsblog finden Sie aktuell ein Video zur Preisverleihung. Machen Sie sich selbst ein Bild.

Und damit haben wir auch den, bzw. die Erfolgspunkte des Projekts (gemeint ist hier ein Blog auf einer Unternehmensplattform):

  1. Mitarbeiter aktivieren
    Mitarbeitern wird überhaupt “gestattet” Aussagen über seinen Arbeitgeber zu treffen
  2. Blogging Policies
    Das Unternehmen definiert einfache, wenige Vorgaben, die dem Mitarbeiter einen Rahmen für seine Aussagen geben (Zeiteinsatz, keine Verletzung von Persönlichkeits- und Markenrechten, Kernaussagen des Unternehmens vs. eigene Meinungen, Diktion für Nennung von Projekten und Kunden, Blogging/Kommentare auf eigenen und fremden Plattformen etc.)
  3. Stolz und Motivation
    Mitarbeiter sind dann stolz auf dieses Privileg (und genau das ist es!) und öffnen sich überhaupt dafür für das eigene Unternehmen zu sprechen.
  4. Engagement
    Mitarbeiter engagieren sich dann für das eigene Unternehmen und werden “Employer Branding” – Botschafter, bzw. betreiben Employee Branding aus eigenem Antrieb
  5. Employee Branding ergänzt Employer Branding
    Der Mitarbeitername verbunden mit seinen – authentischen – Aussagen führt zur Verbreitung derselben über andere Blogger, bis hin zu Listung in Suchmaschinen. Dort ergänzen sie die Unternehmensaussagen zu einem Gesamtbild.

Am gleichen Abend des Tages sprachen Herr Buschbacher – der Initiator des Ausbildungsblogs – und ich im Rahmen einer Recruitnetworx-Veranstaltung mit dem Thema “Web 2.0 im Personalmarketing” über die Chancen und Risiken von Blogs & Co. und natürlich Employee Branding. Bei Interesse sende ich Ihnen einige Auszüge des Vortrags gerne zu.

Kommentar

Employee Branding ergänzt Employer Branding: Kollegen suchen Kollegen!

Suchplakat

Die Tage startete unser Kunde, der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture, eine neue Recruiting-Initiative. Das Unternehmen sucht 1.000 neue Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen setzt hierzu vor allem die eigenen Mitarbeiter als die wichtigsten Medien ein. Klar, möchte man sagen, denn wenn es um einen – neuen – Arbeitsplatz geht: Wer kann einem besser Eindrücke von einem zukünftigen Arbeitgeber und zu erwartenden Aufgaben und Projekten vermitteln, als ein zukünftiger Kollege? Und wer hat mit das größte Interesse daran seine eigenen Arbeitskollegen auszusuchen? Eben.

Die Idee: Die Recruiting Initiative „Mit-Macher gesucht!“ unterstützt die eigenen Accenture-Mitarbeiter dabei, ihre zukünftigen Kollegen anzusprechen und zu überzeugen: Im persönlichen Gespräch auf Messen, in Universitäten – und durch den Dialog über Blogs und Social Networks. Dabei ist es diesen natürlich freigestellt, bei der Initiative mitzumachen. Aber wer mitmacht, wird mit Zeitbudgets, Tipps u.v.a. unterstützt und tritt als aktiver Botschafter seines Arbeitgebers auf. So werden Mitarbeiter informiert und dazu motiviert z.B.

  • persönliche Blogs zum Thema „Work & Life bei Accenture“ einzurichten und zu schreiben
  • in Social Networks wie Xing, StudiVZ etc. und in anderen Blogs und Social Networks auf den Recruiting-Bedarf hinzweisen
  • die offenen Stellen durch Verteilung von Video Clips, Werbeartikeln und Stellenanzeigen persönlich zu vermarkten
  • u.v.a.

Aus dieser Idee entstand ein Mix aus unternehmenseigener Kommunikation (Videoclips, Veranstaltungen, eine Aktionswebsite, ein Aktionsblog etc.) und Mitarbeiter-eigenen Medien (ein Mitarbeiterblog und persönliche Hinweise auf die Aktion bei XING) der in Summe überzeugen soll: Schließlich haben sowohl das Unternehmen, als auch die Mitarbeiter Interesse daran Verstärkung durch neue Kollegen für die Vielzahl von dräuenden Kundenprojekten zu erhalten.

http://youtube.com/watch?v=U-a5JqIrxRk
Einer der Recruiting Clips zur Mit-Macher-Initiative.

Die Unternehmenskommunikation
Alle Marketing-Kommunikationsmaßnahmen zur Initiative die das Unternehmen selbst steuert (u.a. über 30 Campus Promotions, Advertising, PR, Web 2.0 Aktivitäten wie Recruiting Clips in Social Networks etc.) zielen darauf ab, gemeinsam mit den von den Mitarbeitern durchgeführten Maßnahmen potenzielle Kandidaten auf die neue, interaktive Microsite zu bringen, die am 16. Mai in Deutschland, Österreich und der Schweiz live gegangen ist. Dort stellen sich aktuell neun „echte“ Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen detailliert privat und mit ihrem Aufgabenbereich vor. Über interaktive Video-Sequenzen treten sie mit den Besuchern der Webseite in einen Dialog und vermitteln so relevante Informationen für den Bewerber.


Die Mitarbeiter-eigene Kommunikation
Sicher ein Novum: Der auf der Website begonnene Dialog kann dann – per Verlinkung – in die privaten Blogs der zukünftigen Kollegen fortgesetzt werden. Der Erste ist bereits online: Der Mit-Macher-Blog. Hier stellen sich die Protagonisten der Microsite persönlich und ungefiltert den Fragen der Bewerber! Darüber hinaus sind die gleichen Personen und viele andere Accenturianer in den nächsten Wochen unterwegs auf über 30 Campus Promotions persönlich anzutreffen.
Employer Branding wird so ergänzt um ein Employee Branding: Die „Personalwerbung“ des Unternehmens wird durch authentische und persönliche Aussagen von motivierten, engagierten Mitarbeitern verstärkt, die ein starkes Eigeninteresse daran haben passende Kollegen zu finden und zu gewinnen.

Fazit: Accenture bringt alle Voraussetzungen für ein solches Employee Branding mit. Eine offene Unternehmenskultur, hohes Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter im Umgang mit der eigenen Unternehmensmarke und deren Motivation fähige und neue Kollegen auch selbst anzusprechen. Die Recruiting Clips – wie sie aktuell z.B. bei YouTube zu besichtigen sind – gerieten zwar noch sehr brav. Aber, das Potential ist nun entdeckt und wird nun nach und nach gehoben.

Wie immer bin ich gespannt auf Ihr Feedback! Nicht zuletzt deshalb und aus Gründen der Transparenz erwähnt, weil der Agenturzweig meines Unternehmens für die Idee und die Umsetzung in weiten Teilen verantwortlich zeichnet.

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Einsatzmöglichkeiten des Web 2.0 im Personalmarketing.

Puh, wird wirklich Zeit mal wieder meinen Blog zu aktualisieren. Deshalb zuerst mal der Hinweis auf aktuelle Vorträge zum o.g. Thema, die ich in Kürze im Rahmen von RECRUITnetworx-Veranstaltungen mit Frau Palmu von IKEA Deutschland und Herrn Buschbacher, von Festo halte:

“Chancen, Risiken und Einsatzmöglichkeiten des Web 2.0 im Personalmarketing”, am 13.06.2007 in Stuttgart
… ist die Neuauflage des Termins vom Januar diesen Jahres mit Herrn Buschbacher. Hier geht es wieder um die direkten Recruiting-Aspekte, Employer Branding vs. Employee Branding, die Möglichkeiten des Web 2.0 hierfür und das konkrete Beispiel des Ausbildungsblog von Festo. Am gleichen Tag bekommt Herr Buschbacher übrigens von einem Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums eine Auszeichnung für den Blog im Rahmen der Initiative des Bundes “Land der Ideen”. Er wird berichten ;-) . Einladung und mehr hier.

“Personalmarketing aus der Box. Effektiver Einsatz von Web 2.0 Personalmarketingmaßnahmen bei IKEA.” Am 21.06.2007 in Düsseldorf.
Dieser Vortrag beschreibt als Fallstudie, wie das Web 2.0 auch intern für das Recruiting im Allgemeinen eingesetzt werden kann. In diesem Beispiel aus der Praxis beschreibt Frau Palmu, Leiterin des Personalmarketing für IKEA Deutschland, wie IKEA die Möglichkeiten des Web 2.0 für den internen Austausch und den effizienten Einsatz von Personalmarketingmaßnahmen nutzt. Das Unternehmen entwickelte in Zusammenarbeit mit milch & zucker eine Personalmarketing-Toolbox auf Basis einer Internet – Standard-Software. Seitdem ist die tägliche Planung und Durchführung des Personalmarketing für mehr als 200 Personaler in über 40 Einrichtungshäusern geprägt durch Systematik und Austausch mit den Möglichkeiten des Web 2.0. Natürlich enthält auch dieser Vortrag Aspekte des Employee Branding. Einladung und mehr hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und auf Ihr Feedback zu den Veranstaltungen!

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Bachelor & Master: “Neue Zielgruppen” für das Recruiting.

Am 29. Mai war ich im Rahmen des Workshops zur Hobsons-Veranstaltung “Bachelor Day” in Köln dazu eingeladen, einen Vortragsbeitrag zu diesem Thema zu geben. Ich entschied mich für das Thema:

“Personalmarketing 2.0: Junge Leute, neue Medien – Moderne Wege der Zielgruppenansprache im Personalmarketing”

Im Mittelpunkt von Vortrag und Diskussion stand vor allem die Frage, wie heute vor allem junge Bewerberzielgruppen von den Unternehmen erreicht werden können. Vor allem mein Hinweis auf die Veränderung der Mediennutzung bei “den jungen Leuten” fand Interesse. Spielen doch heute YouTube, Flickr, MySpace und Blogs bei vielen um die 20 eine größere Rolle, als Zeitung, Buch und teilweise sogar Fernsehen. Klare Feststellung: Die Clip Kultur (knappe Videosequenzen auf Videoportalen, wie YouTube) hat nun auch das Personalmarketing und Recruiting erfasst.
Konsequenz: Personalmarketingbudgets versickern vielfach in den falschen Medien und erreichen die Zielgruppen nicht mehr. Fatal vor allem vor dem Hintergrund, dass mit fortlaufender Umsetzung der Hochschulreform das Recruiting von Absolventen umgekrempelt werden muss.

Vor dem Hintergrund die Frage: Was verändert sich in Ihrem Unternehmen im Personalmarketing & Recruiting durch diese Entwicklungen? Lust auf einen Kommentar, oder einen persönlichen Austausch?

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