Employee Branding ergänzt Employer Branding: Kollegen suchen Kollegen!

Suchplakat

Die Tage startete unser Kunde, der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture, eine neue Recruiting-Initiative. Das Unternehmen sucht 1.000 neue Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen setzt hierzu vor allem die eigenen Mitarbeiter als die wichtigsten Medien ein. Klar, möchte man sagen, denn wenn es um einen – neuen – Arbeitsplatz geht: Wer kann einem besser Eindrücke von einem zukünftigen Arbeitgeber und zu erwartenden Aufgaben und Projekten vermitteln, als ein zukünftiger Kollege? Und wer hat mit das größte Interesse daran seine eigenen Arbeitskollegen auszusuchen? Eben.

Die Idee: Die Recruiting Initiative „Mit-Macher gesucht!“ unterstützt die eigenen Accenture-Mitarbeiter dabei, ihre zukünftigen Kollegen anzusprechen und zu überzeugen: Im persönlichen Gespräch auf Messen, in Universitäten – und durch den Dialog über Blogs und Social Networks. Dabei ist es diesen natürlich freigestellt, bei der Initiative mitzumachen. Aber wer mitmacht, wird mit Zeitbudgets, Tipps u.v.a. unterstützt und tritt als aktiver Botschafter seines Arbeitgebers auf. So werden Mitarbeiter informiert und dazu motiviert z.B.

  • persönliche Blogs zum Thema „Work & Life bei Accenture“ einzurichten und zu schreiben
  • in Social Networks wie Xing, StudiVZ etc. und in anderen Blogs und Social Networks auf den Recruiting-Bedarf hinzweisen
  • die offenen Stellen durch Verteilung von Video Clips, Werbeartikeln und Stellenanzeigen persönlich zu vermarkten
  • u.v.a.

Aus dieser Idee entstand ein Mix aus unternehmenseigener Kommunikation (Videoclips, Veranstaltungen, eine Aktionswebsite, ein Aktionsblog etc.) und Mitarbeiter-eigenen Medien (ein Mitarbeiterblog und persönliche Hinweise auf die Aktion bei XING) der in Summe überzeugen soll: Schließlich haben sowohl das Unternehmen, als auch die Mitarbeiter Interesse daran Verstärkung durch neue Kollegen für die Vielzahl von dräuenden Kundenprojekten zu erhalten.

http://youtube.com/watch?v=U-a5JqIrxRk
Einer der Recruiting Clips zur Mit-Macher-Initiative.

Die Unternehmenskommunikation
Alle Marketing-Kommunikationsmaßnahmen zur Initiative die das Unternehmen selbst steuert (u.a. über 30 Campus Promotions, Advertising, PR, Web 2.0 Aktivitäten wie Recruiting Clips in Social Networks etc.) zielen darauf ab, gemeinsam mit den von den Mitarbeitern durchgeführten Maßnahmen potenzielle Kandidaten auf die neue, interaktive Microsite zu bringen, die am 16. Mai in Deutschland, Österreich und der Schweiz live gegangen ist. Dort stellen sich aktuell neun „echte“ Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen detailliert privat und mit ihrem Aufgabenbereich vor. Über interaktive Video-Sequenzen treten sie mit den Besuchern der Webseite in einen Dialog und vermitteln so relevante Informationen für den Bewerber.


Die Mitarbeiter-eigene Kommunikation
Sicher ein Novum: Der auf der Website begonnene Dialog kann dann – per Verlinkung – in die privaten Blogs der zukünftigen Kollegen fortgesetzt werden. Der Erste ist bereits online: Der Mit-Macher-Blog. Hier stellen sich die Protagonisten der Microsite persönlich und ungefiltert den Fragen der Bewerber! Darüber hinaus sind die gleichen Personen und viele andere Accenturianer in den nächsten Wochen unterwegs auf über 30 Campus Promotions persönlich anzutreffen.
Employer Branding wird so ergänzt um ein Employee Branding: Die „Personalwerbung“ des Unternehmens wird durch authentische und persönliche Aussagen von motivierten, engagierten Mitarbeitern verstärkt, die ein starkes Eigeninteresse daran haben passende Kollegen zu finden und zu gewinnen.

Fazit: Accenture bringt alle Voraussetzungen für ein solches Employee Branding mit. Eine offene Unternehmenskultur, hohes Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter im Umgang mit der eigenen Unternehmensmarke und deren Motivation fähige und neue Kollegen auch selbst anzusprechen. Die Recruiting Clips – wie sie aktuell z.B. bei YouTube zu besichtigen sind – gerieten zwar noch sehr brav. Aber, das Potential ist nun entdeckt und wird nun nach und nach gehoben.

Wie immer bin ich gespannt auf Ihr Feedback! Nicht zuletzt deshalb und aus Gründen der Transparenz erwähnt, weil der Agenturzweig meines Unternehmens für die Idee und die Umsetzung in weiten Teilen verantwortlich zeichnet.

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4 Kommentare »

  1. Elke Said,

    4. September, 2007 @ 14:02

    Hallo,

    ich habe mir die Seite angesehen. Sie sprechen in diesem Beitrag von einem “offenen Dialog”. Wird denn auf Seite selber ein Dialog zugelassen? Die Videostreams, in denen sich Mitarbeiter von Accenture vorstellen, sind sicherlich bis zu einem gewissen Grad authentisch und ansprechend gestaltet, jedoch gibt es hier keine Kommentarfunktion. In dem Mitarbeiterblog findet der Interessent nicht, die auf der Website präsentierten MItarbeiter, denen er also dann im Dialog entgegenen könnte, sondern anderer Mitarbeiter. Warum ist das so?

    Der Blog wird nicht zu einem offensichtlich nicht von Extern zum Dialog mit Accenture genutzt. Es sind keine Kommentare zu finden.

    Glauben Sie, dass diese Art des Dialogs mit dem UNternehmen noch nicht bei den Bewerbern angekommen ist? Oder, dass eventuell kein Mehrwert an Information dadurch generiert wird?

  2. Carsten Franke Said,

    4. September, 2007 @ 23:52

    Hallo,
    auf der Seite selbst ist in der Tat kein Dialog vorgesehen, nur Interaktion mit den Protagonisten der Site. Das hat damit zu tun, dass sowohl Technik, als auch Redaktionskonzept lt. Firmenvorgaben dies – noch – nicht zulassen. Um dennoch einen Dialog mit den Personen führen zu können, haben diese und weitere Kollegen selbst einen Blog einrichten lassen (mit-macher.blogspot.com), den sie als Privatpersonen betreiben. Dieser läuft extern, also nicht auf dem “Territorium” des Unternehmens. Unzensiert und authentisch. Das in diesem Blog nicht alle und andere Personen auftauchen, als die Protagonisten der Website liegt daran, dass diese natürlich die Wahl hatten, ob sie am mit-macher – Blog teilnehmen, oder einen eigenen einrichten. Manch einer tat dies, andere nicht. Hinzu kamen Accenture-Mitarbeiter, die zwar nicht auf der Website zu finden sind, aber die Recruiting Initiative unterstützen.
    Die Anzahl der Kommentare ist in der Tat gering, ist aber ein Abbild der Blogosphäre, in der auf durchschnittlich 10 Beiträge nur ein Kommentar kommt. Ein Verhältnis was sich bei einer gewissen Kontinuität und Relevanz der Beiträge tendenziell besser(t)n (kann).
    Da nach Auskunft der Blogbetreiber des Mit-macher.blogspot.com – Blogs die Zugriffe stetig steigen, ist das Medium anscheinend zunehmend relevant. Ich sehe das aber auch so, dass die Art des Dialogs bei den Bewerbern noch nicht angekommen ist. Aber vor 7 Jahren glaubte auch kaum noch jemand, dass in 2007 weit über 50% der Deutschen Internetnutzer sein werden ;-) Die Dinge entwickeln sich eben.

  3. Matthias Schwenk Said,

    16. Oktober, 2007 @ 15:57

    Interessant wäre es, Sie würden jetzt (nachdem ein paar Monate vergangen sind) nochmals über die Aktion von Accenture hier im Blog berichten: Erfüllt die Kampagne die Erwartungen von Accenture? Hat sich der Web 2.0 Ansatz gelohnt (gegenüber klassischen Methoden)?

  4. Carsten Franke Said,

    18. Oktober, 2007 @ 01:21

    Danke für die Nachfrage! Ich habe hierzu heute einen Nachtrag veröffentlicht. Viele Grüße von Carsten Franke

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